Mietverträge mit Angehörigen

Verhältnis der vereinbarten zur ortsüblichen Miete

Wohnungsschlüssel

Mietverhältnisse mit Angehörigen prüft das Finanzamt besonders genau. Es sollte daher kontrolliert werden, ob die Vertragsgestaltung einem Fremdvergleich standhält und ob der Vertrag in allen Einzelheiten tatsächlich beachtet worden ist. Das Mietverhältnis wird regelmäßig nicht anerkannt, wenn

  • zinslose Mietvorauszahlungen vereinbart werden, ohne die Anrechnung bzw. Rückzahlung zu regeln,
  • keine Vereinbarung zur Abrechnung der Nebenkosten getroffen Wer keine Nebenkosten abrechnen will bzw. kann, sollte im Mietvertrag eine Warmmiete vereinbaren, die alle Nebenkosten einschließt.

Im Übrigen entscheidet das Verhältnis zwischen der tatsächlichen Miete und der ortsüblichen Miete darüber, in welchem Umfang Aufwendungen bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung als Werbungskosten abgezogen werden dürfen. Folgendes muss dabei beachtet werden:

  • Liegt die tatsächliche Miete unter 66% der ortsüblichen Miete, darf nur der Teil der Aufwendungen als Werbungskosten abgezogen werden, der der reduzierten Miete entspricht (§ 21 Abs. 2 EStG). Beträgt die Miete z.B. nur 60% der ortüblichen Miete, dürfen auch nur 60% der Aufwendungen als Werbungskosten abgezogen werden.
  • Beträgt die tatsächliche Miete mindestens 66% der ortsüblichen Miete, bleibt der Werbungskostenabzug in vollem Umfang (also zu 100%) erhalten.

Tipp: Wenn die 66%-Grenze unterschritten wird, weil z.B. die ortsübliche Miete gestiegen ist, sollte der Eigentümer die Miete alsbald anpassen, um den vollen Werbungskostenabzug für 2018 und die Folgejahre zu erhalten.

10. April 2018