Lebensversicherungen

Erträge, die der Besteuerung unterliegen

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Wird eine Lebensversicherung aufgrund des Ablebens des Versicherungsnehmers ausbezahlt, sind die im Auszahlungsbetrag enthaltenen Erträge steuerfrei. Wird die Versicherungsleistung im Erlebensfall ausgezahlt, z.B. bei Ablauf der Versicherungsdauer, ist zwischen Alt- und Neuverträgen zu unterscheiden.

Seit dem 1.1.2005 ist die Besteuerung von Altersbezügen insgesamt umgestellt worden. Seitdem gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung auch für Lebensversichrungen. Es ist daher zwischen Lebensversicherungen zu unterscheiden, die vor dem 1.1.2005  (Altverträge) und nach dem 31.12.2004 (Neuverträge) abgeschlossen wurden.

  • Lebensversicherungen, die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden

Für diese Lebensversicherungen gilt die alte Rechtslage weiter. Für die Erträge aus diesen Lebensversicherungen muss keine Einkommensteuer gezahlt werden, wenn die Kapitallebensversicherung

  • eine Laufzeit von wenigstens 12 Jahren hat und
  • nicht steuerschädlich beliehen bzw. steuerschädlich als Sicherheit eingesetzt wird.

Müssen Erträge aus Lebensversicherungen versteuert werden, sind die außerrechnungsmäßigen und rechnungsmäßigen Zinsen aus den Sparanteilen zu erfassen.

  • Lebensversicherungen, die nach dem 31.12.2004 abgeschlossen wurden

Es ist die Differenz zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der insgesamt entrichteten Beiträge als Ertrag zu versteuern (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG). Die Erträge sind in vollem Umfang als Einnahmen aus Kapitalvermögen zu versteuern. Es muss jedoch nur die Hälfte versteuert werden, wenn die Lebensversicherung ausgezahlt wird,

  • nachdem der Berechtigte das 60. Lebensjahr vollendet hat und
  • seit Vertragsabschluss mehr als zwölf Jahre vergangen sind.

Es spielt keine Rolle, ob die Lebensversicherung beliehen bzw. als Sicherheit eingesetzt wird.

25. Oktober 2017