Kauf eines Neufahrzeugs

Wo ist die Umsatzsteuer zu zahlen?

Für neue Fahrzeuge ist die Umsatzsteuer immer in dem EU-Land zu zahlen, in dem das Fahrzeug genutzt (zugelassen) wird. Diese Regelung gilt nicht nur für Unternehmer, sondern auch für Privatpersonen. Beim Verkauf und Kauf neuer Pkw müssen also auch Privatpersonen Umsatzsteuer zahlen (= Umsatzsteuer auf den innergemeinschaftlichen Erwerb). Damit die Besteuerung innerhalb der EU sichergestellt ist, sind Meldungen erforderlich. Danach muss die Lieferung eines neuen Fahrzeugs an Abnehmer ohne Umsatzsteuer-Identifikationsnummer an das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet werden.

Ein Pkw ist neu, wenn er im Zeitpunkt des Verkaufs bzw. Erwerbs nicht mehr als 6.000 Kilometer zurückgelegt hat oder seit seiner ersten Inbetriebnahme im Zeitpunkt der Lieferung nicht mehr als sechs Monate vergangen sind. Konsequenz ist, dass die Umsatzsteuer im Bestimmungsland zu zahlen ist, also in dem Land, in dem das neue Fahrzeug zugelassen wird.

Kauft jemand als Privatperson in einem anderen EU-Land einen neuen Pkw, den er im Inland zulässt, dann muss er die Umsatzsteuer für den Pkw an sein Finanzamt im Inland bezahlen. Der Händler im anderen EU-Land darf keine Umsatzsteuer berechnen. Um zu ermitteln, ob der Kauf bei einem Händler in einem anderen EU-Land tatsächlich vorteilhafter ist, muss immer die deutsche Umsatzsteuer mit 19% hinzugerechnet werden. Zahlt der deutsche Kunde für ein Neufahrzeug in Belgien 25.000 €, muss er in Deutschland zusätzlich 4.750 € Umsatzsteuer zahlen, sodass er für das Neufahrzeug insgesamt 29.750 € zahlt.

Wer sein Fahrzeug in einem anderen EU-Land kauft, muss damit rechnen, dass das Finanzamt hierüber informiert wird. Bei der innergemeinschaftlichen Lieferung eines neuen Fahrzeugs muss der Fahrzeuglieferant bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Kalendervierteljahres, in dem die Lieferung ausgeführt worden ist (Meldezeitraum), diese seiner Finanzbehörde melden (in Deutschland ist dies das Bundeszentralamt für Steuern). Diese Meldung erfolgt nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz für jedes gelieferte Fahrzeug jeweils gesondert.

Der Erwerber eines Neufahrzeugs aus einem anderen EU-Land darf nicht warten, bis das Finanzamt ihn zur Zahlung auffordert. Er ist verpflichtet, innerhalb von zehn Tagen nach dem Erwerb die Anschaffung des neuen Firmenwagens mit dem amtlichen Formular „Firmenwagen-Einzelbesteuerung“ anzumelden und die Umsatzsteuer zu zahlen.

Schlagworte: ,
16. September 2014