Job-Tickets:

Geldwerter Vorteil und damit Steuerpflicht schon bei Ausgabe

Fahrtkostenzuschüsse, die der Arbeitgeber zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln leistet, sind in vollem Umfang lohnsteuerpflichtig. Insoweit stellt auch die verbilligt abgegebene Fahrkarte für den Verkehrsverbund steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Bei der Überlassung einer Jahreskarte fließt der geldwerte Vorteil bereits im Zeitpunkt der Überlassung des Tickets zu. Hierbei ist nicht von Bedeutung, dass nach den Zahlungsmodalitäten mit den Verkehrsbetrieben der Arbeitgeber die Zuschüsse nicht jährlich, sondern monatlich zahlt, so der BFH im Urteil vom 14.11.2012 (Az. VI R 56/11).

Der Besteuerung können Angestellte zwar ausweichen, indem sie die Freigrenze für Sachbezüge von monatlich 44 € in Anspruch nehmen. Ist der Vorteil nicht höher, bleibt das verbilligte Job-Ticket ohne Steuerlast, selbst wenn die Angestellten es nur privat verwenden. Diese Freigrenze wirkt sich in der Regel aber nur bei der Überlassung einer Monatskarte aus, weil nach dem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs – und auch nach Ausfassung der Finanzverwaltung – der Jahres-Abopreis und der Rabatt vom Betrieb meist höher ausfallen und der geldwerte Vorteil die 44 €-Freigrenze regelmäßig überschreiten wird – schon beim 6-Monats-Ticket.

Tipp: Fahrtkostenzuschüsse sind zwar lohnsteuerpflichtig. Der Gesetzgeber bietet dem Arbeitgeber allerdings die Möglichkeit, die Lohnsteuer mit 15% pauschal zu erheben. Ein noch günstigeres Ergebnis ohne Abgaben für Belegschaft und Betrieb lässt sich jedoch durch die Inanspruchnahme der 44 €-Freigrenze erreichen. Hierzu ist es jedoch erforderlich, dass der Arbeitgeber keinen Kostenersatz in Form von Geldleistungen an die Mitarbeiter gewährt, sondern die Fahrkarte selbst kauft, um sie anschließend dem Arbeitnehmer als geldwerten Vorteil zu überlassen.

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22. April 2014