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Handwerkliche Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die im Haushalt des Betroffenen erbracht werden, sind nach § 35a Abs. 3 EStG begünstigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um regelmäßige Renovierungsarbeiten oder kleine Ausbesserungsarbeiten handelt, die üblicherweise durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden, oder um Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die im Regelfall nur von Fachkräften durchgeführt werden. Es kommt nicht darauf an, ob es sich bei den Aufwendungen für die einzelne Maßnahme um Erhaltungs- oder Herstellungsaufwand handelt. Wesentlich ist, dass die Dienstleistung „im Haushalt“ ausgeführt wird.

Maßnahmen zur Schadensfeststellung, Ursachenfeststellung (z.B. Wasserschaden) können laut Finanzverwaltung begünstigt sein. Die Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion einer Anlage ist ebenso eine Handwerkerleistung wie die Beseitigung eines bereits eingetretenen Schadens oder Maßnahmen zur vorbeugenden Schadensabwehr. Das gilt auch dann, wenn der Handwerker über den ordnungsgemäßen Istzustand eines Gewerks oder einer Anlage eine Bescheinigung „für amtliche Zwecke“ erstellt.

(!) Das gilt allerdings nicht für reine gutachterliche Tätigkeiten, bei denen es sich weder um eine Handwerkerleistung noch um eine haushaltsnahe Dienstleistung handelt, wie z.B. bei einem Wertgutachten. Dann kommt die Steuerermäßigung nach § 35a EStG nicht in Betracht.

Beispiel:

Ein Steuerpflichtiger ließ ein Schadensgutachten wegen feuchter Kellerwände erstellen, um Regressansprüche gegen das Bauunternehmen geltend machen zu können. Zu diesem Zweck nahm ein Handwerker vorab Ausschachtungsarbeiten am Mauerwerk vor. Ein Bauingenieur erstellte auf dieser Basis ein Gutachten. Aus der Rechnung des Bausachverständigen ging hervor, dass der größte Teil der berechneten Stunden auf die Erstellung des Gutachtens entfiel.

Bei den Gutachterkosten handelt er sich nicht um Leistungen eines Handwerkers (Bauingenieur). Außerdem ist das Gutachten auch nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen erstellt worden.

Aber die Ausschachtungsarbeiten am Mauerwerk sind getrennt vom Gutachten zu beurteilen (FG Sachsen, Urteil vom 8.11.2016, Az. 3 K 218/16). Diese Ausschachtungsarbeiten sind begünstigt, weil es sich um eine Handwerkerleistung handelt und die Leistung im Haushalt erbracht wurde, zu dem auch der Garten gehört. Die Ausschachtungsarbeiten sind außerdem von einem anderen Unternehmer erbracht und gesondert abgerechnet worden.