Häusliches Arbeitszimmer:

Beruflich genutzte Garage kann dazu gehören

Das ausgebaute Dachgeschoss einer Doppelgarage, die rund 20 Meter vom selbstbewohnten Einfamilienhaus entfernt auf dem eigenen Grundstück steht, kann ein häusliches Arbeitszimmer sein, stellt der Bundesfinanzhof (BFH) in seinem Beschluss (Az. VIII B 153/12) klar. Diese Differenzierung ist wichtig, denn Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer fallen unter die Abzugsbenschränkung (maximal 1.250 €). Das außerhäusliche Büro ist dagegen ……

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Das ausgebaute Dachgeschoss einer Doppelgarage, die rund 20 Meter vom selbstbewohnten Einfamilienhaus entfernt auf dem eigenen Grundstück steht, kann ein häusliches Arbeitszimmer sein, stellt der Bundesfinanzhof (BFH) in seinem Beschluss (Az. VIII B 153/12) klar. Diese Differenzierung ist wichtig, denn Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer fallen unter die Abzugsbenschränkung (maximal 1.250 €). Das außerhäusliche Büro ist dagegen in voller Höhe abziehbar. Der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers ist im Einkommensteuergesetz nicht näher definiert. Nach der BFH-Rechtsprechung ist ein häusliches Arbeitszimmer ein Raum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre eines Steuerpflichtigen eingebunden ist, dabei vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder -organisatorischer Arbeiten dient und nahezu ausschließlich zu betrieblichen oder beruflichen Zwecken genutzt wird.

Dies ist auch die Sichtweise der Verwaltung. Im zugrunde liegenden Fall wollte ein Verwaltungsjurist mit genehmigter Nebentätigkeit als Berufsbetreuer die Frage geklärt wissen, ob ein als Arbeitszimmer genutztes ausgebautes Dachgeschoss einer Doppelgarage, die nahe beim selbstbewohnten Einfamilienhaus steht, noch ein häusliches Arbeitszimmer ist. Der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers ist nicht bautechnisch als Teil desselben Gebäudes zu verstehen, so der BFH, und umfasst Räume in anderen Gebäude(teile)n auf demselben Grundstück. Es kommt maßgeblich auf die Einbindung in den häuslichen, Dritten nicht ohne Weiteres zugänglichen Bereich an. Ein häusliches Arbeitszimmer erfordert die Einbindung in die häusliche Wohnsphäre. Ob ein Raum diese Voraussetzungen erfüllt, lässt sich nicht allgemein, sondern nur aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände des Einzelfalls entscheiden.

Auch Zubehörräume zur privaten Wohnung des Steuerpflichtigen sind grundsätzlich in dessen häusliche Sphäre eingebunden und ein dort befindliches Arbeitszimmer gilt daher als „häusliches Arbeitszimmer“. Zur häuslichen Wohnsphäre kann auch der Garten hinter dem Wohnhaus gehören. Ein gesonderter Eingang zum Arbeitszimmer nimmt diesem Raum nicht in jedem Fall die Zugehörigkeit zur häuslichen Sphäre.

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21. März 2014