Vorweggenommene Werbungskosten: Aufwendungen vor Beginn eines Arbeitsverhältnisses

Dem Arbeitnehmer können Aufwendungen entstehen, noch bevor das Arbeitsverhältnis begonnen hat. Diese Aufwendungen sind als Werbungskosten abziehbar, wenn sie mit dem Ziel getätigt wurden, eine Einkunftsquelle anzustreben. Die Aufwendungen müssen in einem konkreten und objektiv feststellbaren Zusammenhang zu der angestrebten beruflichen Tätigkeit stehen.

Ein konkreter Zusammenhang besteht immer, wenn die Aufwendungen der Vorbereitung einer beruflichen Tätigkeit dienen, wie z.B. die Bewerbung um eine neue Tätigkeit und die Reisekosten zur Vorstellung bei einem neuen Arbeitgeber. Ist die Bewerbung erfolglos, handelt es sich um erfolglose Werbungskosten. Es muss der Bezug zu einer angestrebten Tätigkeit erkennbar sein, sodass Aufwendungen nicht abziehbar sind, wenn die Vorbereitungen für die künftige Tätigkeit nicht ernsthaft betrieben werden. Es spielt keine Rolle, ob der Arbeitnehmer Arbeitslosengeld oder sonstige für seinen Unterhalt bestimmte steuerfreie Leistungen erhält.

(!) Werbungskosten können auch nachträgliche Aufwendungen sein, wenn z.B. die frühere Einkunftsquelle nicht mehr besteht.

Beispiel:

Der Arbeitnehmer verklagt seinen Ex-Arbeitgeber auf Ausstellung eines korrekten Arbeitszeugnisses. Die Ausgaben für den Anwalt und die Gerichtskosten sind als nachträgliche Aufwendungen steuerlich abzugsfähig.

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