Arbeitnehmer

Reisekostenerstattungen durch den Arbeitgeber

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Bei der Besteuerung von Mahlzeiten, die der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer bietet, ist danach zu unterscheiden, ob der Arbeitgeber die Mahlzeiten unentgeltlich oder teilentgeltlich

  • anlässlich und während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes (also nicht während einer auswärtigen Tätigkeit) oder
  • im Rahmen einer geschäftlichen Bewirtung, die nicht während einer auswärtigen Tätigkeit erfolgt (R 8.1. Abs. 8 Nr. 1 LStR) oder
  • während einer auswärtigen Tätigkeit (Geschäftsreise) zur Verfügung stellt.

(!) Stellt der Arbeitgeber (oder auf dessen Veranlassung ein fremder Dritter) seinem Arbeitnehmer kostenlos eine Mahlzeit zur Verfügung, ist der Wert nicht als Arbeitslohn anzusetzen, wenn der Arbeitnehmer für diesen Tag eine Verpflegungspauschale als Werbungskosten geltend machen könnte. Erhält der Arbeitnehmer eine kostenlose Mahlzeit, kann der Arbeitgeber nur eine gekürzte Verpflegungspauschale erstatten (Kürzung = 20% für ein Frühstück und 40% für ein Mittag- bzw. Abendessen jeweils einer vollen Verpflegungspauschale). Ohne Erstattung kann der Arbeitnehmer die gekürzten Verpflegungspauschalen in seiner Steuererklärung geltend machen. Besteht kein Anspruch auf eine Verpflegungspauschale, ist der geldwerte Vorteil mit dem Sachbezugswert anzusetzen.

Eine Mahlzeit ist aber nur dann steuerfrei, wenn es sich um eine übliche Beköstigung handelt. Eine übliche Beköstigung liegt vor, wenn der Preis für das Essen einschließlich der Getränke 60 € brutto nicht übersteigt. Liegt der Preis über 60 €, muss der tatsächliche Preis, den der Unternehmer für das Essen bezahlt hat, als Arbeitslohn versteuert werden. Das gilt auch dann, wenn der Preis für das Essen nicht offen ausgewiesen ist, aber aufgrund der Gesamtumstände von einem entsprechend hohen Betrag ausgegangen werden kann.

22. November 2017
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